Drogenkonsummobil und Infoveranstaltung für Anwohner/innen am 29. Januar 2019

Ab Februar 2019 kommt in Tempelhof-Schöneberg mindestens dreimal wöchentlich das Drogenkonsummobil des Trägers Fixpunkt e.V. zum Einsatz. Dazu gibt es am 29. Januar 2019 eine Informationsveranstaltung für Anwohner/innen. Thema "Maßnahmen zur Verringerung der Drogenproblematik in Ihrer Umgebung". Außerdem sammeln Klienten des Notdienstes für Suchtmittelgefährdete und -abhängige Berlin e. V. im Rahmen der „Aktion Sauberes Berlin“ an zwei Tagen in der Woche an besonderen Schwerpunkten im Bezirk Drogenutensilien ein.

Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (dritte von links) und Bezirksstadtrat Oliver Schworck (links) vereinbaren eine Steigerung der Beratungs- und Hilfsangebote für suchtkranke Menschen. Foto: SenGPG

Informationsveranstaltung für Anwohner/innen zu Maßnahmen zur Verringerung der Drogenproblematik im Schöneberger Norden

Im letzten Jahr hat der Konsum von illegalen Drogen im öffentlichen Raum spürbar zugenommen.  Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg hat bereits auf diese Situation regiert und mehrere Maßnahmen eingeleitet. Ziel ist es, die Belastung in den Nachbarschaften zu reduzieren, so dass sich die Anwohner/innen gerne und sicher in Ihrem Umfeld aufhalten.
 
Dank der Unterstützung der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung kommt in Kürze ein Drogenkonsummobil in Schöneberg zum Einsatz. Das Konsummobil trägt neben anderen Angeboten der Suchthilfe dazu bei, den öffentlichen Raum und damit die Anwohnenden zu entlasten. Für drogenabhängige Menschen bietet das Konsummobil einen kontrollierten Zugang zu medizinischer Unterstützung und zu anderen Hilfeangeboten des Suchthilfesystems.
 
Der zuständige Bezirksstadtrat Oliver Schworck lädt jetzt alle Anwohner/innen ein zu einer

Informationsveranstaltung
am 29. Januar 2019 von 18:30 Uhr – 20:00 Uhr
im Kirchsaal der American Church in Berlin
Dennewitzplatz, 10783 Berlin

Herr Schworck wird gemeinsam mit weiteren Vertreter/innen des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg das Konsummobil und weitere bezirkliche Maßnahmen gegen die Drogenproblematik vorstellen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Drogenkonsummobil ab Februar in Tempelhof-Schöneberg

In Tempelhof-Schöneberg wird ab Februar 2019 mindestens dreimal wöchentlich das Drogenkonsummobil des Trägers Fixpunkt e.V. zum Einsatz kommen. Die konkreten Einsatzorte werden derzeit zwischen der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung und der Suchthilfekoordinatorin des Bezirks abgestimmt. Das Angebot dieser aufsuchenden Drogenhilfe reicht von medizinischer Aufsicht während des Konsums über medizinisch-pflegerische Beratung bis hin zur Vermittlung von Hilfeangeboten. 

"Drogenkranke Menschen benötigen unsere Hilfe. Sie brauchen einerseits einen niedrigschwelligen Zugang zu Hilfeangeboten und zu medizinischer, psychologischer und pflegerischer Beratung und andererseits müssen wir dafür sorgen, dass sie, wenn sie Drogen konsumieren, dies in sauberer Atmosphäre und mit sterilem Drogenbesteck tun. Dies verhindert Krankheiten und sorgt dafür, dass benutztes Besteck nicht im öffentlichen Raum entsorgt wird. Ich freue mich, dass der Senat den Bezirk in seinen Bemühungen für ein bezirkliches Suchthilfesystem unterstützen kann", sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kolat.

Mit den erfolgreichen Bemühungen für den Einsatz des Mobils im Bezirk setzt Gesundheitsstadtrat Oliver Schworck einen zentralen Punkt des Bezirksamtsbeschlusses 0847/XX "Suchthilfe in Tempelhof-Schöneberg" um. "Wir verzeichnen seit Monaten eine Zunahme des öffentlichen Drogenkonsums im Bezirk. Mein Ziel ist es deshalb, ein umfassendes bezirkliches Suchthilfesystem aus Beratung, Prävention und begleitender Sozialarbeit zu entwickeln. Suchtkranke Menschen sollen nicht nur punktuell, sondern langfristig und umfassend mit verschiedenen Angeboten begleitet werden", erklärt der Stadtrat. Das Maßnahmenpaket soll zu einer Entlastung des öffentlichen Raums und Verminderung des Gesundheitsrisikos für Parkbesucher oder spielende Kinder führen, vor allem in Hinblick auf benutztes Drogenbesteck. Die Installation von Spritzenabwurfbehältern sowie der Einsatz von begleitender Streetwork sind in der konkreten Vorbereitung bzw. stehen kurz vor der Umsetzung. 

„Aktion Sauberes Berlin“

An zwei Tagen pro Woche sammeln Klienten des Notdienstes für Suchtmittelgefährdete und –-abhängige Berlin e. V. im Rahmen der „Aktion Sauberes Berlin“ an besonderen Schwerpunkten im Bezirk Drogenkonsumutensilien, die an Grünstreifen, Parkanlagen, U/S Bahn oder Spielplätzen weggeworfen wurden. Ziel des Einsatzes ist, an den Hotspots für mehr Sauberkeit und vor allem für mehr Sicherheit spielender Kinder und der Anwohner zu sorgen. "Ich freue mich sehr, dass wir mit dem Notdienst Berlin e. V. einen kompetenten Partner für diese Aktion gefunden haben, der sich zusätzlich um die sozialpädagogische Betreuung seiner Klienten kümmert", so Christiane Heiß, Bezirksstadträtin für Bürgerdienste, Ordnungsamt, Straßen- und Grünflächenamt.

Für die Einsätze werden jeweils Teams gebildet, die durch einen Anleiter begleitet werden, die Betreuung der Klientinnen und Klienten stehen Sozialarbeiter in der Tageswerkstatt des Notdienstes zur Verfügung. Die Reinigungsleistung wird besonders an der U- und S-Bahn im Eingangsbereich Yorkstraße, rund um die 12 Apostel Kirche, den Nollendorfplatz, im Nelly-Sachs-Park, an der Yorck- Ecke Katzlerstraße/Sportplatz und auf den Spielplätzen in der Großgörschenstraße, der Katzlerstraße und er Mansteinstraße durchgeführt.

Der Notdienst Berlin e. V. dokumentiert die Einsätze, die zunächst bis zum Ende des Jahres durchgeführt werden sollen. Teilhabe am täglichen Leben und eine sinnstiftende Beschäftigung sind wichtige Bausteine auf dem Weg aus der Sucht. Viele unserer Maßnahmeteilnehmer befinden sich heute im Substitutionsprogramm, das heißt sie spritzen sich, im Gegensatz zu früher, selber keine Drogen mehr. Es sei einfach schön zu sehen, wie sehr sich die Klienten heute für einen sauberen Kiez einsetzen, frei von Spritzen und Spritzbesteck. Petra Israel- Reh, die Geschäftsführerin des Notdienst Berlin e. V., hält das für eine große Leistung. Die Klienten seien stolz darauf, bei diesem Projekt dabei sein zu dürfen.

Kontakte: 

Bezirksstadtrat Oliver Schworck, Telefon: (030) 90277-8701

Bezirksstadträtin Christiane Heiß, Telefon: (030) 90277-6003

Geschäftsführerin Notdienst Berlin e. V., Petra Israel- Reh, Telefon: (030) 233 240 100